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Weiber und andere KataStrophen

Die Ausländerin

 


Christopher Ray


Spräsch isch irre sprake schlächt
Abbär wass isch sagge mächt
An der stelle endet schon
Die übernahme von ihr´m ton
Hört er sich auch seltsam an
Lag ihr deutlich viel daran
Was sie dachte auszudrücken
Und die kluft zu überbrücken

Wichtig war die sprache nicht
Doch die träne im gesicht
Die sprach - das stand außer frage
Mehr als ich mit worten sage
Und deshalb vergess ich nicht
Die verzweiflung im gesicht
Auf dem wie in lettern steht
Ich bin fremd - ich bin nicht blöd

Bittä - eine alte dame
Die hat - ach wie is die name
Da wo irre auto stäht
Bittä - jämand mit mirr gäht
Und der fette deutsche da
Sagt "Mädche stell dich hinne aa"
Den einkaufswagen - schnaps und brot
Schieb ich zur Seite - "Vollidiot"

Ich bitt - nein forder an der Kasse
Lassen sie mich durch die gasse
Sie hör´n doch alle sicher auch
Dass diese dame hilfe braucht
Statt dessen spinnt der dicke rum
Und ihr spielt alle publikum
Und schon bin ich hindurchgefegt
Hätt mich mit jedem angelegt

Doch alle drehten sich nur stumm
Ohne ein wort zur kasse um
Die frau nahm sofort meine hand
Und ist mit mir hinausgerannt
Zum parkplatz - wo bei einem wagen
Zwei tüten und ´ne dame lagen
Zum glück hatte sie nichts gebrochen
Trotz ihrer ziemlich alten knochen

Wir halfen ihr in ihren wagen
Und schon hörte ich freundlich fragen
Wenn ich die dame - bittesähr
Jetzt fahre - fahrn sie hinterhär
Und nähmen bittää meine wage
Und hälfe sie ins haus zu trage
Ich fahrre bittä dieses stick
Zu ihrem auto dann zurick

Die mutter - hab ich mir gedacht
Und selbstverständlich ja gesagt
Drei ecken weiter hielt sie an
Und später erst erfuhr ich dann
Das sie das "opfer" nicht gekannt
Nur die notwendigkeit empfand
Zu sehn dass jemand hilfe kriegt
Wenn er auf seiner schnauze liegt

Und jetzt erzählt mir bitte nicht
Dass sie nicht meine sprache spricht

Die Ausländerin 2

 

Christopher Ray

Ihr erinnert euch doch - ja
Was im supermarkt geschah
Ne alte dame fiel da hin
Es half ihr ne ausl´änderin
Mehr zufall - weniger gewollt
Hat sie zur hilfe mich geholt

Bevor sie ging hab ich noch eben
Ihr meine karte mitgegeben
Auf ihren wunsch - sie war sehr nett
Nicht das ich ambitionen hätt
Und ehrlich - ich dacht nicht daran
Dass sich da was ergeben kann

Am besten riefe sie mal an
Des nachts - wenn sie nicht schlafen kann
Hab ich aus spass - so bin ich eben
Ihr noch mit auf den weg gegeben
Und fast den vorfall unterdessen
Eher verdrängt als nur vergessen

Und heute - kurz nach mitternacht
Da hat sie es dann doch gemacht
Sie sagge wenn es zu spät iss
Iss wollte spräche sie - herr chris
Und ihr akzent war einfach süß
Ganz klar - dass ich sie sprechen ließ

Nach etwa einer knappen stunde
Da endete die erste runde
Und um halb zwei stand sie dann hier
Mit einem braten vor der tür
So haben wir den rest der nacht
Bei einem essen zugebracht

Anschließend auf der couch gesessen
Mit etwas rotwein nach dem essen
Musik gehört - und viel gelacht
Und dann zum ausklang dieser nacht
Schlief sie an meiner schulter ein
Ich trank dann noch den rest vom wein

Morgens - etwa kurz nach sieben
Huch - iss bin ja hiergeblieben
Kann iss unter deine brause
Un dann friehstick un nach hause
Un dann immer widder kommen
Ja - das bleibt ihr unbenommen

Der Poet - geht... oder: Die Ausländerin 3

 

 

Christopher Ray

Manchmal funktioniert es eben
Nicht so wie man/n will - das leben
Fünfzig jahre zeitvertreiber
Willy nennt das: typ für weiber
Zärtlich, zynisch, lieb und laut
Nie ging´s mir unter die haut
Und doch hab´ich es jede nacht
Wie willy sagt - stets voll gebracht

Stets hab´ ich mein ganzes leben
Jeder das gefühl gegeben
Das sie den schlüssel meiner welt
Allein in ihren händen hält
Es kostete mich ja nicht viel
Das "bist die tollste Frau-Gefühl"
Und wurde dankend angenommen
(Ich durfte immer wiederkommen)

Manch eine sagte noch nach jahren
Mehr liebe hätt´ sie nie erfahren
Viele haben mir geschworen
"Nie hab? ich das gefühl verloren"
Nicht eine wollt mich dafür hassen
Obwohl ich sie hab sitzenlassen
Willy meint: so einen typ
Haben alle weiber lieb

Ich habe all den frauen eben
Ein stück der seele mitgegeben
Aus diesem grund war auf die dauer
Auch keine länger auf mich sauer
Und meistens nach nur einer nacht
Haben sie lang an mich gedacht
Und glaubten mir auch sicherlich
Mein: du bist viel zu gut für mich

Dabei hab ich nichtmal gelogen
Und mit gefühlen nie betrogen
Ich wollte nur - so war das eben
Täglich das erste mal erleben
Und wissen - wenn ich dann gegangen
Bleibt da noch liebe und verlangen
Ich geh´ und bleibe unterdessen
Bei diesen frauen unvergessen

Und sowas nennt die ganze welt
Dann: abgebrühter Weiberheld
Heut kann ich es ja eingestehen
Ich musste einfach weitergehen
Weil mich die angst da stets bedrückt
Dass zeit mir mein gefühl erstickt
Und ich es nicht behalten kann
Einfach dasteh´ wie jedermann

Zugegeben - ich gestehe
Gelogen hab ich in der ehe
Bei allen, immer, jedesmal
War es für mich nur eine qual
Deshalb wollt ich in diesem leben
Auch niemals mehr mein jawort geben
Denn ich weiß wirklich ganz genau
Ich halt´s nicht aus bei einer frau

Und dann ist alles schief gegangen
Plötzlich hat sie mich eingefangen
Ich schwöre hier - bei meiner ehre
Ich wollte nichtmal ´ne affäre
Mit der kleinen ausländerin
Zog es mich noch so zu ihr hin
Zerbrechlich wirkte sie auf mich
Deshalb dacht ich: beherrsche dich

Ich sah es ihr ganz deutlich an
Sie zerbricht bestimmt daran
Wenn ich mit ihr nach einer nacht
Mein übliches "das wars" gemacht
Ich schwöre es bei meiner seele
Das ich so frauen niemals quäle
Dann hat sie mich im sturm genommen
Was bei mir noch nie vorgekommen

Und jetzt sitz ich alleine da
Denn sie ist in amerika
Die große liebe kam zuletzt
Ich hab sie in den sand gesetzt
Jetzt fühl ich tief - und gerade eben
Ich hab´ nie so geliebt im leben
Doch sie lief fort - und das gefühl
Zerreißt mich - auch wenn ich nicht will

Deshalb - ich denk´ dass ihrs versteht
Werde ich gehn - weil nichts mehr geht
Ihr könnt noch die erkenntnis erben
Für diese liebe will ich sterben
Und statt "oh gott" oder gar "amen"
Nenn ich als letztes ihren namen
Und dank im letzten augenblick
Für das erlebnis "grosses glück"

So - das war mein abgesang
Zugegeben - etwas lang
Und bereitet dir das qual
Pardon - es war das letzte mal
Es endet - wie stets angestrebt
Mit einem grinsen - und "gelebt"

12.000.000 Jahre

 

Christopher Ray

Auch wenn ich mal verschwinde...
spürst mich in jedem winde
siehst mich in jedem blatt
das baum und buch noch hat

auch leb ich ganz verstohlen
in jeglichen konsolen
als tastatur empfände
ich zärtlich deine hände

lieg ich mal in der erde
kennst du noch meine fährte
bei manchem der gedanken
wirst du dann sicher schwanken

und ganz am rand erfassen
gegangen - nicht verlassen
hat es sich so ergeben
statt mit - noch in dir leben

HalbSex

 

Christopher Ray 16.2.2002

Hinter halbsex - ich bin so frei
Verbirgt sich letztendlich nur drei
Sicher denken jetzt nur narren
Wir würden halbe sachen machen

Drei jahre ist es bittesehr
Seit ihrer ersten mail jetzt her
Die ausschlag gab für meine reise
Vom taunus hierher an die neiße

Ich habe diesen schritt bis heut
Nur voll genossen - nie bereut
Die lausitz ist jetzt mein zuhause
Hier leb und lieb ich ohne pause

Brauch keinen andern zeitvertreib
Als dieses tolle vollblutweib
Kann leben - lieben - ohne schranken
Und dafür will ich ihr hier danken

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